Freitag, 30. März 2018

KW 13, 2018: Die luserlounge selektiert!

Bild: www.worldnumerology.com

(sb) Oh nein, der Kollege "ms" weilt im Urlaub und so obliegt mir die Selektion diesmal ganz alleine. Und das, obwohl er doch der Meister der aussagekräftigen, intelligenten und zielführenden Einleitungen ist... Naja, sind ja nur ein paar Zeilen und im Endeffekt kommt es dann ja eh mehr auf die rezensierte Musik an, oder? Und was soll ich sagen: auch in der letzten Woche des ersten Quartals erreichten uns wieder zahlreiche Neuerscheinungen, über die wir Euch kurz und prägnant in Kenntnis setzen wollen.
Los geht's!

George Ezra
Bereits am 23.03. erschien das neue Album von George Ezra namens "Staying At Tamara's". Dank seines Überraschungs-Hits “Budapest” wurde der Brite 2014 quasi über Nacht zum Shootingstar des Jahres. Das Debüt “Wanted on Voyage” war in Großbritannien 2014 & 2015 unter den zehn meistverkauften Alben des Jahres, wurde dort mit 4fach-Platin geehrt, erreichte auch hierzulande Gold-Status und verkaufte sich weltweit über 3 Mio. mal. An diese Erfolge dürfte der Nachfolger nahtlos anknüpfen, denn Radio- und Massentauglichkeit kann man Ezra nun wirklich nicht absprechen. Mir persönlich ist es an vielen Stellen zu belanglos, aber es ist schon erstaunlich, wie ein 24-Jähriger über weite Strecken stimmtechnisch wie ein Mittvierziger klingen kann.


Newmen
Ebenfalls bereits eine Woche auf dem Buckel hat "Delay", die neue Single der Newmen aus Frankfurt. Ganz sanft und leise geht's los, um dann krachend elektronisch über den Hörer hereinzubrechen und ihn auf die Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen, die sich zwischen Euphorie, Hochmut und dem steten Wunsch nach Geborgenheit bewegt. Dieser Appetizer macht Lust aufs Album "Soft Ware", das am 04.05.2018 folgen wird.


The Third Sound
"Nine Miles Below" heißt der neue Track des Isländers Hákon Aðalsteinsson, der seine musikalischen Zelte mittlerweile in Berlin aufgeschlagen hat und dort mit seiner Band The Third Sound sein bereits viertes Album aufgenommen hat. Auf "All Tomorrow's Shadows" erwarten Euch Garage Punk, psychedelischer 60's Groove und jede Menge dunkler Gitarrenpop. Hört man nicht alle Tage.




HER
Die Geschichte der französisch-deutschen Band ist eine tragische: bereits seit 2007 musizierten Victor Solf und Simon Carpentier zusammen, den Projektnamen HER wählten sie 2015 und mit der Werbekampagne eines iNfallsreichen US-Konzerns, die ihren Song "Five Minutes" nutzte, waren die beiden Künstler dank knapp 7 Millionen Streams auf Spotify in aller Munde und Gehörgang. Bis dahin alles bestens, doch über den Erfolg legte sich ein unendlich schwarzer Schatten, als Simon seinen über Jahre andauernden Kampf gegen den Krebs im August 2017 verlor.
Zumindest im Geiste unterstützt von seinem Freund begab sich Victor dennoch ins Studio, um das Major Label-Debüt von HER aufzunehmen, das heute erscheint. "Mir ist es nur dadurch möglich, seinen Tod zu verarbeiten. Das hier ist Musik für immer, fürs Leben."
Wie das klingt? Newer Wave meets Pop meets Soul meets Jazz - hört es Euch am besten selber an!

 
Tim Freitag
"Tim Freitag? Oh Gott, bitte nicht schon wieder so ein schwachsinniger Singer-/Songwriter-Scheißdreck á la Bendzko, Gisinger oder Forster!" Soweit zu meinem Gedankengang, als ich den Namen das erste Mal las. Der Klick auf den Youtube-Link erfolgte mit arg viel Widerwille, umso größer dann die Überraschung und Erleichterung, als ich dort keinen weichgespülten Radiopop vorfand, sondern eine Band (also gar keinen Einzelkünstler!), der es gelingt, ein discoeskes Grundgerüst mit treibendem Schlagzeug und Lyrics zu garnieren, die sowohl feinfühlig daherkommen als auch nachhaltig aufwühlen. "Hold On" ist der erste Vorbote für das Album der Schweizer, das für Frühjahr 2019(!) angekündigt ist.


 
 
Kathinka
Aus der norwegischen Stadt Bergen stammen Kathinka und servieren uns mit ihrem selbstbetitelten Album eine sehr bekömmliche Mischung aus Shoegaze und Indie. Die Stimme von Sängerin Annette Kathinka Servan jagt einem dabei ob ihrer Kälte mehr als einmal den Schauer den Rücken rauf und wieder runter. Musikalisch präsentiert sich "Kathinka" (VÖ: 27.04.2018) abwechslungsreich und ich kann mir einige Tracks wunderbar als Untermalung von skandinavischen Krimis und Thrillern à la Kim Småge, Jo Nesbø oder Anne Holt vorstellen.


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