Freitag, 12. Januar 2018

Gregor McEwan - From A To Beginning


Foto: facebook.com/gregormcewanmusic/
(sb) Gregor McEwan klingt nach Glasgow, Edinburgh oder Dublin – doch tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Künstlernamen ein Mittdreißiger aus NRW, den es mittlerweile nach Berlin verschlagen hat und der dort das beste Album des noch jungen Jahres aufgenommen und produziert hat. Ich muss gestehen, dass ich bis zum Erhalt der Promo seines neuen Albums „From A To Beginning“ (erschien gestern!) noch nie von Gregor gehört hatte, doch diese Wissenslücke wird nun gefüllt und auch Ihr solltet Euch dieses Werk zumindest mal angehört haben.
 

Wenn einem Linus Volkmann (ehemals Chefredakteur der INTRO und u.a. auch für VICE, 1LIVE und die Junge Welt tätig) den Pressetext schreibt, dann hat man es doch eigentlich schon geschafft, oder? Sollte man meinen, aber die Musikwelt ist oft ungerecht und so hat auch Gregor McEwan bislang nicht die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, die er eigentlich verdient hätte. Dabei ist er absolut kein Newcomer und das neu erschienene Album bereits seit vierter Longplayer, der Sprung auf die ganz große Bühne blieb ihm dabei aber leider bisher verwehrt.
 

Wer weiß, vielleicht dient ihm „From A To Beginning“ als Türöffner, denn zum Glück ist Gregor McEwan nicht nur Chronist des Schwermuts, sondern bleibt bei all seiner Brillanz in Moll immer auch ein hoffnungslos romantischer Typ und packt dies in mitunter traumhaft schöne Songs, die mich in Erinnerungen schwelgen lassen, als ich Künstler wie Aqualung und Damien Rice hoch und runter gehört habe.
 

Foto: gregormcewan.com/
Der Track "On Her Radar" schafft es beispielsweise, dem Thema „Liebe“ ohne jeglichen Kitsch eine der vielleicht schönsten Songentsprechungen dieser Tage zu geben, denn wem geht es nicht manchmal auch so, dass er/sie in sich hereinhorcht und sich denkt: „Mit was habe ich meine Freundin/meinen Freund eigentlich verdient“?

So und nun zitiere ich Linus Volkmann einfach mal, denn  der Meister bringt es perfekt auf den Punkt:

„Gregor McEwan selbst hatte es zuletzt nicht leicht, nach der zweiten Platte kam die talentierte Ein-Mann-Armee mit den vielen musikalischen Freunden ins Stocken. Der ewige Kreislauf kreativer Selbstausbeutung führte an kein Ziel mehr. Der 35-Jährige verwarf neue Songs und Texte und sah sich gezwungen, doch einmal rechts ranzufahren - also für mehr als einen Tankstopp, für mehr als eine Nacht in einem Hostel am Wegesrand.
 

Die daraus resultierende Pause machte sich dabei als genau das aus, was der Kunst Gregor McEwans gerade noch gefehlt hatte. Die Stücke auf "From A To Beginning" stellen in jedem Fall seine persönliche Meisterschaft dar, die Liebe zum Detail und die investierte Zeit hört man deutlich. Wobei das große Panorama an Sounds und Ideen ohnehin schon immer zu seinen Stärken gehörte - unglaublich aber, was für einen Effekt das nun hat, wo es dermaßen Raum bekommt.“
 

Foto: facebook.com/gregormcewanmusic/
 

Gregor McEwan hat mit seinem Album das Rad sicher nicht neu erfunden, aber er beweist eindrucksvoll, dass er einer der begabtesten deutschen Sänger und Songwriter ist und zudem bereit, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu erklimmen. Bei Perlen wie meinem persönlichen Lieblingsstück „<<Rewind, Retrack, Rename, Restore“ würde es mich wahrlich nicht wundern, wenn der Wahl-Berliner den Status des Geheimtipps schon bald ablegen könnte. Bitte beachtet auch seine Live-Termine!
 
 
 
 

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